Erstlesetipps

Erstlesetipp im August

Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat. Marc-Uwe Kling. Ill. von Astrid Henn. Hamburg: Carlsen 2018. 60 S. : überw. Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-551-51679-4, geb.: 12,00 €

Was passiert, wenn das Internet plötzlich nicht mehr funktioniert.

Klick, klick - und nichts geht mehr. Die Oma hat das Internet kaputt gemacht. Das ganze Internet? Auf der ganzen Welt? Allerdings! Und nun? Nun stellen Tiffany und ihre großen Geschwister fest, wozu man das Internet so braucht, und wie oft man es nutzt, ohne es so richtig zu merken. Auch Mama und Papa können ohne Internet gar nicht arbeiten und haben frei. Da muss man sich auf einmal ganz altmodisch und analog miteinander beschäftigen. Eigentlich auch gar nicht so schlecht. Es wird gesungen, getanzt und zusammen gespielt. Da ist es fast ein bisschen schade, als dann ein Techniker vor der Tür steht. Wunderbar witzig geschrieben von Marc-Uwe Kling, dem Autor der Känguru-Trilogie. Astrid Henn hat den Text in leuchtenden Farben nicht minder lustig illustriert. Auch Erwachsene werden sich beim Vorlesen das Lachen nicht verkneifen können.Hervorragend geeignet um über das Thema Medienkonsum nachzudenken und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ein herrlich witziges Buch zum Vorlesen und für kleine Erstleser*innen ab 6 Jahren. 

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Internet < Medien | Humor
Bewertung: +++
Rez.: Maike Linne

Erstlesetipp im Juli

Schomburg, Andrea: Das Geheimnis der gelben Tapete. Ill. von Dorothee Mahnkopf. München: Tulipan 2018. 58 S. : Ill. ; 20 cm. (Tulipan kleiner Roman). ISBN 978-3-86429-382-5, geb.: 10,00 €

Ein Roman, der Mut macht, sich für andere einzusetzen, Mobbing zu erkennen, zu beurteilen und sich dagegen zu wehren.

Emilias Lieblingstante Treppchen und deren Freundin Tante Klößchen sind unzertrennlich und so gehen sie gemeinsam auf Weltreise. Emilia zieht mit ihrer Familie ins Haus der beiden Tanten. Beim Renovieren findet Emilia hinter einer gelben Tapete einen kleinen goldenen Schlüssel und das Zeitungsfoto eines Mädchens vom 13. Januar 1955 mit der Überschrift: „Die mutige Elisabeth E.“ Das wirft natürlich viele Fragen auf und zusammen mit ihrer Schwester versucht Emilia, diese zu beantworten. Dass sich durch das Geheimnis der gelben Tapete auch ihr Bild auf die eigene Situation, ihre Klasse und den neuen Mitschüler Robert verändert, geht jedem Leser unter die Haut. Ein wirklich gelungenes Erstlesebuch, das einfühlsam und einfach von Gruppenzwang, Klassendruck und Ausgrenzung erzählt. Klare Schrifttypen, aber ein etwas kleineres Schriftbild als in durchschnittlichen Erstlesebüchern, motivieren kleine Lesehungrige.

Dieser Roman eignet sich für ErstleserInnen ab 7, die gerne lesen und auch bereits komplexere Geschichten lesen möchten, statt einfach nur Großdruck mit vielen Bildern und wenig Inhalt.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Mobbing | Freundschaft | Abenteuer
Bewertung: +++
Rez.: Anne Tebben

Erstlesetipp im Juni

Orths, Markus: Der reichste Junge der Welt. Ill. von Kerstin Meyer. Frankfurt: Moritz 2018. 76 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-89565-360-5, geb.: 9,95 €

Das Rad geklaut, das Haus leergeräumt - doch Jakob erlebt, dass Liebe und Freundschaft ein Leben wirklich reich machen.

Gemeinsam mit seinem Vater lebt Jakob in einem riesigen Haus. Jakob ist Fußballfan, und er liebt sein Fahrrad. Sein Vater hat wenig Zeit für ihn, doch als Jakobs Rad gestohlen wird, verspricht sein Vater ihm zum Trost den gemeinsamen Besuch einer Halloweenparty. Bei der Rückkehr müssen die beiden feststellen, dass Einbrecher das Haus total leergeräumt haben. Statt zu verzweifeln, machen Vater und Sohn das Haus zu einem Fußballfeld. Und Jakob träumt davon, gemeinsam mit seinem Vater, der Oma und den Geflüchteten Ayasha und Bassam, die die Oma bei sich aufgenommen hat, in dem großen Haus zu leben. Der Umgang mit Verlusten, die Situation Geflüchteter, die Krise einer Vater-Sohn-Beziehung - Markus Orths versteht es meisterhaft, auf wenigen Seiten, einfühlsam illustriert von Kerstin Meyer, viele wichtige Themen in einer kindgerechten, optimistischen Erzählung zu verbinden, ohne zu überfrachten.

FußballerInnen, RadfahrerInnen, Halloweenfans… Alle Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene, besonders Väter, werden diese ganz und gar nicht moralinsauer erzählte Geschichte lieben.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft | Vater | Sohn | Fußball
Bewertung: +++
Rez.: Erhard Reschke-Rank

Erstlesetipp im Mai

Willems, Mo: Kommst du raus zum Spielen? Dt. von Jana Hemer. Leipzig: Klett Kinderbuch 2018. 57 S. : überw. Ill. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-95470-187-2, geb.: 11,00 €

Elefant und Schwein wollen draußen spielen, müssen sich aber mit den Unwägbarkeiten des Wetters arrangieren.

Ach, das Wetter! Da wollen Elefant und Schweinchen draußen gerade so richtig zusammen loslegen, hüpfen, hopsen und spielen (O-Ton Schweinchen: „Nichts kann uns aufhalten!“), da fängt es an zu regnen. Nicht bloß ein paar Tropfen. Bald sind die beiden Protagonisten von einer schwarzen Regenwand umgeben. Und Schweinchen macht wie immer keinen Hehl aus seiner Stimmung. Es blickt den Betrachter direkt an und verschränkt die Arme, so zornig, dass man eine Explosion fürchten muss. Angestiftet von zwei Regenwürmern arrangiert man sich dann zwar glücklicherweise noch mit dem Wetter, muss jedoch schon bald wieder Sonne ertragen. Dank dem weniger impulsiven aber dafür umso erfindungsreicheren Elefant ist auch hier Spaß möglich. In den USA sind Elefant Gerald und Schweinchen Piggie Stars. Für echte Erstleser*innen, die tatsächlich am Beginn des komplexen Prozesses des Leselernens stehen, ist die Reihe ideal. Die kleinen Szenen aus dem Freundschaftsleben sind mit sehr wenig Text und großer Schrift in Comicblasen leicht zu bewältigen und führen zu einem unterhaltsamen und motivierenden Leseerfolg.  

Bestens geeignet. Zum Vorlesen in Kindertagesstätten, da dicht am Kinderalltag. Für Vorschule/ 1. Klasse zum ersten Selbstlesen, auch gut zu zweit zu lesen, da rein dialogisch. 

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft | Regen | Wetter
Bewertung: +++
Rez.: Anna Winkler-Benders

Erstlesetipp im April

Klein, Martin: Finn und Frieda finden den Frühling. Ill. von Kerstin Meyer. München: Tulipan 2018. O. Pag. : Ill. ; 22 cm. (Tulipan ABC, Lesestufe B). ISBN 978-3-86429-411-2, geb.: 8,95 €

Wie kann man erkennen, dass der Frühling naht? Finn und Frieda machen sich auf die Suche.

Die Geschwister Finn und Frieda finden im Garten einen Igel, der viel zu früh aus seinem Winterschlaf aufgewacht ist. Er ist ganz schwach und die Kinder haben Angst, dass er stirbt. Zusammen mit ihrer Mutter bringen sie den Igel zur Tierärztin. Die kann ihnen nicht viel Hoffnung machen, dass der Igel überleben wird. Nur wenn sie den Frühling finden, hat der Igel eine Chance. Und so machen sich Finn und Frieda, zusammen mit ihrem Opa auf die Suche. Und tatsächlich, sie finden die ersten Frühlingsboten: einen Krokus, einen Grünfink, der anfängt ein Nest zu bauen, frische Triebe von Kräutern sowie eine Gruppe Feuerwanzen. Alle freuen sich über die leckere Suppe, die sie aus den Kräutern kochen und der Igel freut sich über die Wanzen, die dafür sorgen, dass er bald kräftig genug sein wird. – Was kann man tun, wenn man einen Igel findet und wie zeigt die Natur, dass bald eine neue Jahreszeit anbricht? Diese Geschichte für geübtere Erstleser fordert Kinder auf, die Natur genau zu beobachten.

Eine bunt illustrierte Geschichte zum Vorlesen oder Selberlesen, die eine Vielzahl von Möglichkeiten bietet, mit Kindern die Natur zu entdecken. 

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Jahreszeiten | Igel | Natur | Erstleser
Bewertung: +++
Rez.: Helena Schäuble

Erstlesetipp im März

Liebers, Andrea: Finn macht es anders. Ill. von Susanne Göhlich. Wuppertal: Hammer 2017. 26 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-7795-0582-2, geb.: 9,90 €

Eine Geschichte zum Thema Mobbing mit Happy-End.

Der tägliche Gang zur Schule fällt Finn unsagbar schwer, denn Paul, Sven und Max lassen keine Gelegenheit aus, um ihren Mitschüler zu kränken. Obwohl alle aus der Klasse von diesen Gemeinheiten wissen, verteidigt und hilft ihm niemand.  Eines Tages erhält Finn jedoch seine Chance, sich selbst aus dieser Situation zu befreien. Als ein Mann gefolgt von einer Polizistin und einem Polizisten den Klassenraum betritt und die Drei beschuldigt, sein Auto zerkratzt zu haben, halten alle den Atem an. Die sonst so selbstbewussten Jungs sind auf einmal sehr kleinlaut. Dies ist Finns großer Moment. Anstatt sich über die Zwangslage seiner Widersacher zu freuen, steht er ihnen als einziger bei.Die kurzweilig erzählte Geschichte um einen Jungen, der eine ungewöhnliche Entscheidung trifft, hat eine schöne, moralische Botschaft. Dazu passen die zurückhaltend gemalten bunten Zeichnungen von Susanne Göhlich überaus gut. 

Dank der Ich-Perspektive dürften sich Grundschüler sehr gut in Finns Lage hineinversetzen können. Dank einfacher, kurzer Sätze empfehlenswert auch für den Einsatz in Schulen ab 6 Jahren. 

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Schule | Mut | Hoffnung
Bewertung: +++
Rez.: Juliane Deinert

Erstlesetipp im Februar

Eine Klasse für sich - Haifischalarm! Pamela Butchart. Ill. von Becka Moor. Dt. von Anne Braun. Zürich: Orell Füssli 2017. 100 S. : überw. Ill. ; 21 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-280-03540-5, geb.: 11,95 €

Die Kinder in der Klasse von Frau Miller haben jede Menge Energie und Phantasie.

Während des Schwimmunterrichts gibt es eine riesengroße Aufregung, denn Julian ist sicher, dass er von einem Hai gebissen wurden. Die Erwachsenen glauben ihm nicht, doch für die anderen Kindern ist die rote Stelle an seinem Bein ganz klar ein Haibiss. Logisch, dass nun keiner mehr ins Wasser will, oder? Auch die gefundenen Dinosaurierknochen im Schulgarten und ein magischer Fallschirm bieten reichlich Stoff  für Aufregung und bringen die Lehrinnen und Lehrer der Kinder bisweilen an den Rand der Verzweiflung. Die drei Abenteuer der „Klasse für sich“ werden mit viel Humor und Phantasie erzählt. Der Text wird aufgelockert durch hervorgehobene Wörter und Sätze. Die in Blau- und Grautönen gehaltenen Illustrationen unterstreichen und ergänzen den Text auf eine witzige Weise.

Für Jungen und Mädchen ab 6 Jahren, die sich für fantasievolle und witzige Geschichten aus der Schule interessieren. Gut geeignet zum Vorlesen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Schule | Freunde
Bewertung: +++
Rez.: Christine Schwendener

Erstlesetipp im Januar

Laibl, Melanie: Verkühl dich täglich. Ill. von Susanne Göhlich. München: Mixtvision 2017. 73 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-95854-064-4, geb.: 12,90 €

Der Polare Pauli und seine Freunde gründen einen coolen Verein. Sie starten einen Kreuzzug gegen wollene Kleidung.

Nun reicht es Ich-Erzähler Pauli. Selbst bei 18 Grad soll er Anziehsachen aus Wolle tragen, um sich nicht zu verkühlen. Seinen Freunden geht es ähnlich. Kurzerhand gründen der Frostige Felix, der Polare Pauli, die Nasskalte Nelly, der Eisige Emil und die Stürmische Sophie den „Verkühl dich täglich – Club“. Gleich beim ersten Treffen starten sie ihre „Woll-Revolution“, indem sie sich alle gestrickten Sachen vom Leib reißen und so beweisen, dass man sich eben nicht verkühlt, wenn man ohne Schal, Strumpfhose und Strickpulli herumläuft. Natürlich staunen die Erwachsenen nicht schlecht. Vor allem Paulis Oma, ein wahrer Strick-Aholic, hält von der Kampagne gar nichts. Wird die „Bande gegen Wollzeugs“ ihren Feldzug zu einem glücklichen Ende führen? Ein entschiedenes „ausgezeichnet“ für das unkonventionelle Kinderbuch mit der ungewöhnlichen Thematik, den kreativen „Nichtverkühlern“ und den fröhlichen Farbillustrationen. Nicht nur bei winterlichen Temperaturen eine witzig-schräge (Vorlese-)Lektüre.

Ein Kinderbuch, das sicher aus dem Rahmen fällt. Gerade deswegen sehr gern empfohlen. ab 7 J.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft | Winter
Bewertung: +++
Rez.: Martina Mattes

Erstlesetipp im Dezember

El Kurdi, Hartmut: Ein Dings namens Schröder. Ill. von Marine Ludin. München: Tulipan 2017. 59 S. : Ill. ; 20 cm. (Tulipans kleiner Roman). ISBN 978-3-86429-358-0, geb.: 10,00 €

Lilly und Karim machen am 24. Dezember die sehr nachhaltige Bekanntschaft eines Weihnachtsengels.

Es ist Heiligabend und überall laufen die letzten Vorbereitungen für das Fest. So auch bei Lilly. Doch als ihr Vater den Weihnachtsbaum aufstellt, bricht er damit eine von vielen Streitigkeiten der letzten Zeit los. Traurig verkrümelt sich Lilly nach draußen. Dort trifft sie auf ihren Freund Karim, der, weil er Moslem ist, auch so seine Sorgen mit Weihnachten hat. Und dann ist da plötzlich die überaus seltsame Frau Schröder, die mit ihrem Motorroller aus dem Nichts auftaucht, wirres Zeug redet, Gedanken lesen kann und unbedingt mit zu Lilly nach Hause will, wo dann noch seltsamere Dinge geschehen. Doch am Ende des Tages hatten alle ein unerwartet schönes Weihnachtsfest dank ihr. Diese Weihnachtsgeschichte beleuchtet diesen Feiertag aus  eigentlich ganz alltäglichen Blickwinkeln. Begleitet von einzelnen Farbillustrationen von Marine Ludin sendet sie eine ganz besondere Weihnachtsbotschaft. Der dt. Autor mit arabischen Wurzeln schafft mit dieser kleinen Geschichte Lektüre mit Tiefgang.

Sehr empfehlenswerte Weihnachtslektüre der anderen Art. Kurzweilig und humorvoll werden sie Jungen und Mädchen ab 7 Jahren gerne lesen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Weihnachten | Tradition | Islam
Bewertung: +++
Rez.: Brigitte Elstner-Steinbach

Erstlesetipp im November

Lundberg Hahn, Kerstin: Oskar und das Mandelherz. Dt. von Friederike Buchinger. Ill. von Susanne Göhlich. Hamburg: Aladin 2017. 170 S. : Ill. ; 19 cm. Aus d. Schwed. ISBN 978-3-8489-2088-4, geb.: 11,95 €

Oskar wünscht sich einen Hund – und ahnt nicht, wie sehr dieser Wunsch sein ganzes Leben umkrempeln wird …

Was für ein liebeswertes Buch, das von einem herzerwärmenden Verständnis für die Nöte eines Kinderherzens zeugt! Fast ungewöhnlich für eine schwedische Geschichte, ist Oskar ein glücklicher Junge mit einer heilen Familie, dem besten Freund Hugo und der besten Freundin Bie. Nur eines fehlt zu seinem Glück: ein Hund. Leider sind Mama und Papa der Ansicht, das zu erwartende Baby sei erst mal genug – also beschließt Oskar, es zunächst einmal mit einem virtuellen Hund zu versuchen; Amelia soll er heißen. Und „Amelia“ schreibt er nun überall hin, mit roten Herzchen. Doch auf einmal stecken Hugo und Bie ohne ihn zusammen, und Oskars kleines Herz sticht, weil er spürt, dass ein ausgedachter Hund es gar nicht aufnehmen kann mit reeller Zuneigung. Aber dann lässt Bie erkennen, wie sehr sie unter Oskars neuer Freundin Amelia leidet… Eine schöne Geschichte über große Gefühle wie Zuneigung und Eifersucht, mit einer Botschaft zu Freundschaft, die gar nicht erst ausgesprochen werden muss.

Für alle Kinder im frühen Grundschulalter, auch schön in Gruppenarbeit (vor)zulesen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft | Eifersucht | Tiere | Familie
Bewertung: +++
Rez.: Astrid van Nahl

Erstlesetipp im Oktober

Arnold, Elana K.: Keine Angst vor Stinktieren. Elana K. Arnold. Dt. von Sylke Hachmeister. Ill. von Maja Bohn. Hamburg: Carlsen 2017. 131 S. : Ill. ; 21 cm.
Aus d. Engl.
ISBN 978-3-551-55681-3, geb.: 10,99 €

Ein Stinktier als Haustier? Geht das überhaupt?? Klar, sagt Bat.

Bixby Alexander Tam, genannt Bat, lebt das ganz normale Leben eines Drittklässlers: Er streitet mit seiner älteren Schwester, verbringt jedes zweite Wochenende bei seinem Papa und mag Erdnussbutterbrote. Ein bisschen anders ist er allerdings schon: Wenn er aufgeregt ist, beginnen seine Arme zu flattern. Es fällt ihm schwer, anderen Menschen in die Augen zu sehen und im Gespräch Zwischentöne wahrzunehmen. Laute Töne erträgt er nur mit Ohrenschützern. Was aber vor allem wichtig über ihn zu wissen ist: Bat liebt Tiere. Was für ein Glück ist es da, dass seine Mutter Tierärztin ist! Eines Tages bringt sie ein Stinktierbaby mit nach Hause. Bat ist begeistert! Dass seine Mutter gleich darauf hinweist, dass sie den Kleinen in vier Wochen wieder abgeben müssen, damit er in einer Rettungsstation auf die spätere Auswilderung vorbereitet werden kann, macht ihm zwar etwas Sorgen, aber er hat schon einen Plan: In diesen vier Wochen wird  er zum besten Stinktierhalter der Welt avancieren, dem sicher keiner sein Stinktier wird streitig machen mögen!
Eine wirklich schöne Familiengeschichte, die auf Schubladen verzichtet und mit zahlreichen liebenswerten ProtagonistInnen aufwartet. Zum Selberlesen ab 8, aber auch zum Vorlesen für jüngere Kinder gut geeignet. 

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Tiere | Familie | Anderssein | Autismus
Bewertung: +++
Rez.: Wiebke Mandalka

Erstlesetipp im September

Kermani, Navid: Ayda, Bär und Hase. Ill. von Karsten Teich. München: Hanser 2017. 150 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-446-25481-7, geb.: 12,00 €

Ayda fühlt sich einsam, doch nach der Begegnung mit einem Bären und einem Hasen ändert sich alles.

Ayda ist fünf Jahre alt und für ihr Alter sehr klein. Im Kindergarten wird sie von Gleichaltrigen als Knirps abgetan, obwohl sie schon viel weiß und kann. Aydas Familie kommt aus dem Iran und Ayda hat viele Freunde, allerdings nicht in Köln, wo sie mit ihren Eltern lebt. Als sie sich besonders einsam fühlt, fährt sie mit ihrem Fahrrad in den Wald. Dort trifft sie auf einen Bär und eine Hasen. Sie erfährt, dass auch starke Tiere Ängste haben und wer klein ist, nicht schwach sein muss. Aus dieser Begegnung wächst eine tiefe Freundschaft, die sich bald auch auf die Eltern der drei ungleichen Freunde erstreckt. Aydas neue Freunde verschaffen ihr Anerkennung bei den andern Kindergartenkindern. Als Ayda nach dem Wechsel in die Schule wieder keine Freunde findet, weil sie einfach übersehen wird, sind Hase und Bär zur Stelle. Sie helfen Ayda in einer schwierigen Situation und lenken so die Aufmerksamkeit der anderen Kinder auf sie. Eine fantasievolle Geschichte über Freundschaft und Toleranz.

Grundschule; Leseclub

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Toleranz | Freundschaft | Anderssein
Bewertung: +++
Rez.: Eva Basler

 

Erstlesetipp im August

Birck, Jan: Zarah & Zottel. Ein Pony auf vier Pfoten. Frankfurt: Sauerländer 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-7373-5349-6, geb.: 9,99 €

Zarah braucht neue Freunde. Oder ein Pony.

Zarah ist neu im Viertel. Sie kennt noch keinen und Mama ist die ganze Zeit mit Bohren, Hämmern, Saugen und Schlafen beschäftigt. Erste Versuche, sich mit den Kindern im Hof anzufreunden, schlagen fehl. Glasklare Sache: Zarah braucht ein Pony. Ein Pony, das ihr Freund sein will und mit ihr durch dick und dünn geht. Mama findet Ponys an sich ok, aber da sie nicht in den Aufzug passen, klappt das nicht, meint sie. Klappt wohl, denkt sich Zarah und organsiert eben ein Pony, das genau richtig groß ist. Manche halten es zwar für einen Hund, aber das tut der Großartigkeit des Tieres keinen Abbruch. Als Zarah und Pony Zottel dann noch einen erfolgreichen Ersthelfereinsatz übernehmen, scheint sich auch das Freundschaftsblatt im Hof zu wenden.Ein kleines Mädchen, das sich nicht so leicht entmutigen lässt, eine alleinerziehende Mutter, die ihrer Tochter viel zutraut und ein bunter Haufen Hofkinder – alle mit expressivem, comichaftem Strich gezeichnet – sind die ProtagonistInnen dieser lebensklugen Geschichte, die von Neuanfängen, der Sehnsucht nach Geborgenheit, verstauchten Knien und mehr oder weniger zotteligen Freunden erzählt.

Dank der großen Schrift, den kurzen Absätze und dem großen Bildanteil auch als Erstlesebuch geeignet. Sehr gern empfohlen für Kinder ab 5 J. 

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft | Neuanfang | Umzug | starke Mädchen
Bewertung: +++
Rez.: Wiebke Mandalka

 

Erstlesetipp im Juli

Fessel, Karen-Susan: Frieda Fricke - unmöglich! Dt. von Mareikje Vogler. Stuttgart: Kosmos 2017. 192 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-440-15286-7, geb.: 9,99 €

Frieda, unmöglich, fantasievoll, liebenswert und voller Ideen.

Frieda ist 9 Jahre alt und lebt mit ihrer Tante, ihrer Großtante, dem Hund Lupo und 6 in die Jahre gekommenen Milchkühen in einem alten Husmannshaus hoch oben im Norden. Ein wunderbares Leben, aber Tante Siggi hat nicht mehr genug Geld um den maroden Hof instand setzen zu lassen und die Versorgung der Kühe ist nicht mehr sicher. Ins komplett sanierte Haus nebenan ist eine reiche Familie aus Hamburg gezogen. Mitja, der Schnösel-Junge von nebenan, kommt ausgerechnet in Friedas Klasse. Aber in Friedas Leben kann gar nicht so viel schiefgehen, sie hat immer wieder tausend gute Ideen und ihrem Charme kann sich niemand entziehen, Mitja wird ein Freund und die Kinder entwickeln einen Plan um den Hof und Friedas Zuhause zu retten. Das Buch besticht durch die absolute Lebensfreude, die sich beim Lesen und Vorlesen spiegelt. Kinder ab 7 Jahren können sich schon an dem großen  klaren Schriftbild versuchen. Die Texte werden von liebevollen Illustrationen aufgelockert.

Alle Büchereien, Krankenhausbüchereien

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft | Landleben
Bewertung: +++
Rez.: Gabriele Rojek

 

Erstlesetipp im Juni

Der Hund war´s, ich schwör! Gundi Herget. Ill. von Meike Haberstock. Bamberg: Magellan 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 16 cm. ISBN 978-3-7348-2033-5, geb.: 9,95 €

Die aberwitzigste Ausredenkette der Welt bei fehlenden Hausaufgaben.

Ausreden - die kennt wohl jeder Erwachsene auch von sich selbst. Aber gerade Eltern und Lehrer können ein Lied davon singen, wie facetten- und einfallsreich die Ausreden ihrer Kinder und Schüler sein können. Ein besonders witziges Beispiel dafür wird in diesem Buch präsentiert. Ein Mädchen wird von ihrer Lehrerin dafür gerügt, dass sie ihre Hausaufgaben nicht dabei hat. Daraufhin konstruiert das pfiffige Kind eine Kette von Kausalzusammenhängen (jeweils eine neue Idee auf jeder Doppelseite), die schlussendlich darin mündet, dass die Lehrerin selbst an allem Schuld ist. Das wird jedes Kind zum Lachen bringen, und als Erwachsener muss man vor so viel Einfallsreichtum - schmunzelnd- kapitulieren. Zudem begeistert in den originellen Zeichnungen von Meike Haberstock die sich ständig wandelnde Mimik der Lehrerin und der übrigen Beteiligten. Ganz nebenbei fördert die Geschichte auf spielerische, aber hochfrequente Weise die Verwendung von Kausalsatzkonstruktionen.

Positiv ist schließlich auch noch zu erwähnen, dass das handliche Büchlein umweltfreundlich / nachhaltig hergestellt wurde. Insgesamt sehr zu empfehlen! 

Signatur: Jm 1
Schlagworte: Ausreden | Lehrer | Schüler | Hausaufgaben
Bewertung: +++
Rez.: Petra Schulte

 

Erstlesetipp im Mai

Andreas Steinhöfel: Rico & Oskar. Fische aus Silber. Hamburg: Carlsen 2017. O. Pag. : überw. Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-551-55687-5, geb.: 9,99 €

In der Diefe 93 ist wirklich immer etwas los. In diesem neuen Abenteuer müssen Rico und Oskar Silberfischchen retten.

Im ersten Band der neuen Comic-Reihe mit Rico und Oskar geht es um Silberfischchen – Insekten, die Erwachsene nicht so lieben wie Rico und Oskar. Als die beiden zwischen Sperrmüll spielen, werden sie sehr schmutzig. Auf dem Weg in die Badewanne entdecken sie die kleinen silbernen Untermieter. Oskar weiß eine ganze Menge über diese Tiere. Z. B. dass die Insekten, obwohl sie doch Fischchen heißen, nicht schwimmen können. Als beim Planschen das Wasser aus der Wanne schwappt und die Silberfischchen überschwemmt, müssen sie folglich gerettet werden. Und ein neues Zuhause brauchen sie dann natürlich auch…Das Buch entstand auf Basis des von Peter Schössow gezeichneten Kurzfilms „Fische aus Silber“, der im letzten Jahr in „Die Sendung mit der Maus“ zu sehen war. Als Einstieg zu den „Rico und Oskar“ - Büchern, halte ich den Comic nicht für geeignet, da es für das Verständnis gut ist, wenn man schon etwas über die beiden weiß.

Ein schönes Erstlese-Buch über Freundschaft, Tierliebe und Toleranz.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft | Tierliebe | Anderssein | Toleranz
Bewertung: +++
Rez.: Eva Basler

 

Erstlesetipp im April

Bertram, Rüdiger: Gegen uns könnt ihr nicht anstinken. Ill. von Thorsten Saleina. München: cbj 2016. 203 S. : Ill. ; 22 cm. (Stinktier & Co). ISBN 978-3-570-17338-1, geb.: 10,99 €

Lebensbegleiter kann man sich nicht immer aussuchen!

Der 10. Geburtstag ist etwas ganz Besonderes für Zora. Endlich darf sie länger aufbleiben, vielleicht bekommt sie auch ein Handy, oder ein Haustier und sie darf in Jessicas Clique mitmachen und zu ihrer Party kommen. Ihre Schwester und ihr Vater verhalten sich sehr geheimnisvoll. Aber das kuschlig weiche Tier am nächsten Morgen, entpuppt sich als Stinktier Dieter, von nun an ihr ständiger Begleiter, ihr Totemtier. Nur Menschen mit einer besonderen Begabung haben einen solchen Lebensbegleiter und können auch die Totemtiere der anderen sehen. Nun ist Dieter kein so cooles Tier wie ein Bär, Löwe oder Adler, er ist eben ein Stinktier, vorlaut, verfressen, eingebildet und frech. Er macht es Zora nicht leicht, mit ihm zurechtzukommen. Mit der Zeit erkennt sie aber seine Qualitäten: Er ist kuschelig, riecht eigentlich gar nicht so streng und beschützt sie wenn es darauf ankommt. Die Geschichte macht Mut anders zu sein und das auch zu vertreten. Vier Außenseiter finden sich, mit viel Humor und Spaß.

Eine rasante Geschichte voller Situationskomik. Allen Büchereien empfohlen.

Signatur: Ju 2
Schlagworte: Freundschaft | Tiere | Abenteuer
Bewertung: +++
Rez.: Gabriele Rojek

 

Erstlesetipp im März

Wich, Henriette: Das Zauberhaus. Ill. von Carola Sieverding. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2016. 59 S. : Ill. ; 22 cm. (Leserabe, 3. Lesestufe). ISBN 978-3-473-36495-4, geb.: 7,99 €

Ein abenteuerliches neues Heim für Noah und Juli.

Noahs und Julis Eltern suchen ein neues Haus, weil ihre alte Wohnung zu klein geworden ist. Wie von Zauberhand landet in ihrem Briefkasten eine Postkarte, auf der die Vermietung eines Hauses angezeigt wird. Die Geschwister radeln zu dem Haus und sind sofort begeistert. Es ist ein richtiges Zauberhaus, alt und verwinkelt, mit knallbunten Wänden. Zum Glück gefällt auch den Eltern das Haus gut, und so zieht die Familie am ersten Tag der Sommerferien ins neue Heim. Die Vormieter warnen die vier noch, dass es in dem Haus spukt, aber wer glaubt denn schon an Geister? Doch schon beim Einzug geht es los mit den Ungereimtheiten: Wieso passen denn die Möbel nicht in die Zimmer? Die Räume sind doch vorher genau vermessen worden. Ein Haus kann doch nicht schrumpfen! Noah und Juli stellen unterdessen fest, dass sie offensichtlich zaubern können und finden das traumhaft. Und als es in der ersten Nacht im neuen Haus auf dem Dachboden poltert, machen die beiden eine erstaunliche Entdeckung.

Eine schöne und phantasievolle Geschichte für Selber-Leser ab der 2. Klasse. Für Jungen und Mädchen gleichermaßen geeignet. Mit schönen Bildern und Glossar für schwierige Wörter.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Erstleser | Abenteuer | Zaubern | Geister
Bewertung: +++
Rez.: Lina Francke-Weltmann

 

Erstlesetipp im Februar

Wunschpost für Ida. Stephanie Schneider. Ill. von Daniela Bunge. München: Tulipan 2016. 43 S. : überw. Ill. ; 22 cm. (Tulipan ABC, Lesestufe B). ISBN 978-3-86429-244-6, geb.: 8,95 €

Ida erlebt eine ganz besondere Freundschaft.

Ida scheint krank zu sein! Seit Jost mit seiner Mama bei Ihrer Familie zu Besuch ist, fühlt sich alles anders an. Erst verschlägt es ihr die Sprache, dann kann sie von ihrem zweitbesten Lieblingsessen keinen Bissen herunter kriegen, sie bekommt kribbelige Gefühle, wenn sie in Josts dunkelschwarze Augen schaut und sie reißt einfach vor ihm aus, bis sie es schafft, mit ihm zu spielen. Diese heimliche Krankheit muss wohl therapiert werden, denkt Ida und begleitet ihren Opa zur Hausärztin. Doktor Ziebel findet schnell heraus, was los ist und kann Ida beruhigen: Herzstolpern ist völlig normal und sogar gesund, wenn man jemanden besonders gern hat. Doch dann kommt der Tag des Abschieds und Ida fühlt sich so steinschwer und traurig an. Ob die Ärztin nun auch einen guten Rat weiß? Direkt, einfühlsam und nachvollziehbar beschreibt die Autorin Idas ungekannte Gefühle, schöne pastellfarbene Buntstiftzeichnungen illustrieren die Geschichte des kleinen Mädchens pointiert und zart, dabei aussagekräftig und glaubwürdig.

Gefühlvolle, frohe, leichte und auch melancholische Erstlesegeschichte für Mädchen ab 7 Jahren.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft | Gefühle | Erstleser | Liebe
Bewertung: +++
Rez.: Stefanie Drüsedau

 

Erstlesetipp im Januar

Flätscher. Die Sache stinkt! Antje Szillat. Ill. von Jan Birck. München: Dt. Taschenbuch Verl. 2016. 121 S. : überw. Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-423-76156-7, geb.: 10,95 €

Die größte Super-Detektiv-Karriere aller Zeiten.

Flätscher ist das coolste Stinktier der Stadt. Er lebt in einem Hinterhof, standesgemäß in einem alten Rolls-Royce, und liebt Semmelknödel über alles. Diese Leckerei bezieht er aus der Mülltonne des Restaurants Wilder Elch. Leider erwischt ihn der Besitzer und Koch Bode und sperrt ihn in einen Kartoffelsack, aus dem er im letzten Moment entwischen kann: direkt in das Hosenbein von Bodes Sohn Theo. Das ist der Anfang einer dicken Freundschaft und die Geburtsstunde der Hinterhof-Detektei. Der erste Fall lässt nicht lange auf sich warten. Ein Unbekannter besucht seit Wochen regelmäßig in anderer Verkleidung das Restaurant Wilder Elch. Er speist und trinkt teuer und verschwindet ohne zu bezahlen. Tatsächlich gelingt es den Detektiven dem Rechnungspreller auf die Spur zu kommen, nicht zuletzt dank Flätschers vorzüglicher Nase. Theo gerät dabei in große Gefahr und alle Mitglieder der Detektei kommen zum Einsatz. Ein rasant erzähltes Abenteuer, das sicher fortgesetzt wird.

Spannende Unterhaltung für Kinder. Auch zum Vorlesen gut geeignet. Allen Büchereien und Krankenhausbüchereien empfohlen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Spannung | Abenteuer | Krimi
Bewertung: +++
Rez.: Gabriele Rojek

 

Erstlesetipp im Dezember

Chidolue, Dagmar: Sterne, Schnee und Abc. 24 Adventsgeschichten aus dem Klassenzimmer. Ill. von Iris Hardt. Frankfurt: Duden 2016. 160 S. : Ill. ; 23 cm. ISBN 978-3-7373-3299-6, geb.: 9,99 €

Eine Grundschulklasse mit sieben Nationen und Inklusionskind erlebt die Adventszeit.

Ein gelungenes Werk von Dagmar Chidolue: Ein multikulti-abwechslungsreiches-Grundschul-Adventsbuch mit 20 Kindern aus Afrika, Polen, Indien, Italien, Russland, Türkei und Deutschland sowie der gehörlosen Ella, für die eine Zusatzlehrerin kommt. Es sind, analog zum Adventskalender, 24 Geschichten mit je sechs Seiten sowie acht Adventssonntagsseiten. Jede Seite hat etwa zehn bis zwanzig Zeilen. Trotz kurzer Sätze gelingen gute, lustige, lebhafte Dialoge. Der Leser lernt nicht nur die unterschiedlichen Feste und Bräuche kennen, samt Befana-Hexe, Zuckerfest und Chanukka feiernder Lehrerin, sondern liest auch von Igel- und Tulpenzwiebel-Episoden und einer Menge Festvorbereitungen samt Disco-Rap. Hervorragend: Wunschzettel schreiben an den, der „bei euch die Geschenke bringt.“ Die Einzigartigkeit jedes Schülers wird betont. Und Iris Hardt gelingt nicht nur, eine „Kletterbakterie“ im Blumentopf zu zeichnen, sondern viele weitere vergnügliche Vignetten und Illustrationen.

Hervorragend geeignet auch zur Gruppen-Lektüre bis zehn Jahren, für ein Miteinander und um die Kinder zum Erzählen anzuregen. 

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Adventszeit | Grundschule | Multikulturell | Vorlesebuch
Bewertung: +++
Rez.: Delia Ehrenheim-Schmidt

 

Erstlesetipp im November

Baltscheit, Martin: Löwenherzen weinen nicht! Weinheim: Beltz & Gelberg 2016. 434 S. : überw. Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-407-82184-3, geb.: 8,95 €

Jungen weinen nicht? Ein Plädoyer für Gefühle und Tränen.

Der Löwe ist ein cooler Typ. Tränen sind was für Taschentücher und Gefühle sind ein Hobby für Wachskerzen - so sein Motto. Als seine Frau nach der Lektüre eines traurigen Buches Tränen vergießt, macht er sich über sie lustig, woraufhin sie ihn kurzerhand verlässt, um einen Löwen mit Herz zu finden. Der Löwe macht sich nun seinerseits auf die Suche nach seinen Gefühlen und der Fähigkeit zu weinen, wobei das Krokodil ihn unterstützt. Aber weder eine traurige Geschichte noch eine Kitzeltherapie oder ein Krokodilbiss in den Po lassen beim Löwen Tränen fließen. Erst ein Trick des Krokodils, der beim Löwen den Eindruck erweckt, die Löwin habe ihn für immer verlassen, lässt die Tränen fließen. "Hast du was im Auge?", fragt die Löwin ihn augenzwinkernd, nachdem sie zurückgekehrt ist.                         

Eine humorvolle und witzig illustrierte Fabel, die besonders Jungen Mut machen will, zu ihren Gefühlen zu stehen und sie zu zeigen. Für Schule und Elternhaus sehr zu empfehlen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Jungen | Gefühle | Tränen | Selbstbewusstsein
Bewertung: +++
Rez.: Petra Schulte

 

Erstlesetipp im Oktober

Allert, Judith: Die Hufeisenbande. Ill. von Eleonore Gerhaher. Ravensburg: Ravensburger Buchverl. 2016. 59 S. : Ill. ; 22 cm. (Leserabe, 3. Lesestufe). ISBN 978-3-473-36480-0, geb.: 7,99 € 

Zwei Pferde-Freundinnen überwinden ihre Vorurteile um gemeinsam zu helfen.

Alma und Lilly lieben Pferde über alles und verbringen ihre freie Zeit auf dem Hof von Almas Tante Hannah. Wenn sie mal nicht bei den Pferden sind, findet man die Freundinnen auf dem Heuboden, ihrem gemütlichen Bandenlager. Hier können sie plaudern, Pläne schmieden und über Fee herziehen, ein Mädchen, das (viel zu gut) auf dem Schulpferd Sancho reitet und das Alma und Lilly total eingebildet finden. Als der Kastanienhof in finanziellen Schwierigkeiten steckt, plant die Hufeisenbande einen Tag der offenen Tür zur Rettung des Reitstalls. Vorher müssen Alma und Lilly allerdings noch verhindern, dass die schreckliche Fee Sancho vom Hof wegbringt. - Ob die Mädchen ihre Meinung über Fee noch ändern und ob das Fest auf dem Hof ein Erfolg wird, erfahren die jungen Leser am Schluss des mit ausdrucksstarken Bildern illustrierten Buches. Ein Glossar erklärt die Bedeutung und auch die Aussprache schwieriger Wörter, die Geschichte kann im abschließenden Leserätsel noch einmal verinnerlicht werden.

Gut geeignet zum Einsatz in Büchereien und für junge Leserinnen ab dem Ende der zweiten Klasse.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft | Vorurteile | Pferde | Engagement
Bewertung: +++
Rez.: Stefanie Rose

 

Erstlesetipp im September

Harrell, Rob: Spotz. Alles unter Kontrolle. Dt. von Gabriele Haefs. Münster: Coppenrath 2016. 302 S. : Ill. ; 22 cm. Aus d. Amerikan. ISBN 978-3-649-66844-2, geb.: 14,95 €

Der Trolljunge Spotz ist gänzlich unbeliebt. Um seinen Ruf zu retten, muss er sich einem gefährlichen Abenteuer stellen.

Spotz und seine Freunde sind alles andere als beliebt. Bei einem Streit mit dem Prinzen des Königreiches geht seine Trollwut mit ihm durch und er gerät in Schwierigkeiten. Der König ist verschwunden. Prinz Roquefort hat die Macht über das Königreich. Der Trollhasser nutzt die neu gewonnene Macht, um Spotz das Leben schwer zu machen. Um seine Ehre wieder herzustellen, beschließt Spotz, den König zu finden. Zusammen mit seinen Freunden macht er sich auf die Suche. Und natürlich darf dabei das Handy nicht fehlen, denn auch Trolle brauchen sowas heutzutage. Bei der Suche läuft natürlich nicht alles glatt, aber zum Glück gibt es ja noch das Goldlöckchen. Mit ihrer Hilfe retten sich die Freunde aus so mancher brenzligen Situation. Begleitet wird die Geschichte mit vielen Comiczeichnungen vom Autor und einer Menge Humor. Die Geschichte ist sprachlich sehr gut an die Zielgruppe angepasst und wird durch viele Wortspiele und zeitgenössische Anspielungen auf bekannte Märchen aufgelockert.

Sehr zu empfehlen für Leseanfänger, die mal etwas längere Geschichten lesen wollen. Die Bilder sorgen für Auflockerung.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Fantasy|Held|Comic
Bewertung: +++
Rez.: Ute Lawrenz

 

Erstlesetipp im August

Luhn, Usch: Ich bin Nele - Nele kommt in die Schule. Ill. von Carola Sturm. München: cbj 2016. 76 S. : Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-570-17301-5, geb.: 9,99 €

Nele fiebert dem ersten Schultag entgegen und erlebt diesen Tag mit Höhen und Tiefen.

Im 5. Band von „Ich bin Nele“ geht die Kindergartenzeit von Nele zu Ende. Bald ist Nele ein Schulkind. Sie freut sich schon sehr auf den ersten Schultag, ist aber auch ein bisschen traurig, weil die schöne Zeit in der gewohnten Umgebung des Kindergartens nun bald vorbei sein wird. Doch bevor es soweit ist, werden noch Schultüten gebastelt und es gibt einen Schnuppertag in der Schule. Als der große Tag endlich da ist, beginnt er mit einem Fleck auf der Hose und Neles Tränen. Alles scheint gar nicht so toll zu werden, wie sie es erwartet hat. Zum Glück rettet eine patente Tante die Situation und schließlich sitzt die ganze Familie friedlich bei der Einschulungsfeier. Es wird doch noch ein rundum gelungener Tag. Eine einfühlsame Geschichte, die Kindern behutsam klar macht, dass mit der Schulzeit ein neuer Lebensabschnitt beginnt, zu dem auch der Abschied von Vertrautem gehört.

Empfohlen für Gemeindebüchereien und für Vorschulkinder in der Kita zur Einstimmung auf den Schulanfang.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Schulanfang|Kinderalltag
Bewertung: +++
Rez.: Eva Basler

 

Erstlesetipp im Juli

Coolman und ich. Ran an den Ball! Rüdiger Bertram. Ill. von Heribert Schulmeyer. Hamburg: Oetinger 2016. 57 S. : überw. Ill. ; 22 cm. (Büchersterne, 1. Klasse). ISBN 978-3-7891-2450-1, geb.: 7,99 €

Eine in Bild und Text witzige Fußball- und Superheldenstory – eine maßgeschneiderte Story für Leseanfänger.

Coolman, Kais unsichtbarer chaotischer Superheldenfreund, lockt nicht nur Kinder ab 10 J. zum Lesen (8 Folgen), sondern auch Leseanfänger ab 6 in der für sie konzipierten „Büchersterne“-Reihe  / 1.Klasse. Die 4. Episode führt auf den Fußballplatz. Coolman sitzt mit Kai, dem Ich-Erzähler, auf der Bank, während die anderen Fußball spielen. Keiner hat Kai in die Mannschaft gewählt. „Langweilig!“, mault Coolman, schnappt sich den Ball, tobt übers Feld, schießt ins Tor, verfängt sich, unsichtbar natürlich! Als Kai endlich mitspielen darf, gibt Coolman so viele irrwitzige Ratschläge, dass Kai alles vermasselt. Die Mitspieler sind sauer, und Kai ist so wütend,  dass er diesmal mit dem Ball schneller ist als Coolman und selbst ins gegnerische Tor trifft. Jubel. „Manchmal ist Wut auch zu was gut!“ – Fett, in Kurzzeilen ist der Text gedruckt; comicartige Illustrationen begleiten ihn. Viel Witz steckt darin. Im Anschluss: 16 Seiten „Luna-Leseprofi“-Aufgaben und Spiele rund um Bilder, Buchstaben und Wörter. So macht Lesen Spaß.

Einmal mehr dürfte das bewährte Autorenteam Bertram & Schulmeyer mit dem chaotischen Superhelden Coolman - mit Witz in Text und Bild - kleine Leseanfänger in Bann ziehen! Ab 6 J.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Fußball|Fantasie
Bewertung: +++
Rez.: Heide Germann

 

Erstlesetipp im Juni

Ein Hauptgewinn ist immer drin! Saskia Hula. Ill. von Ina Hattenhauer. Wien: Nilpferd in Residenz 2015. O. Pag. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-7074-5172-6, geb.: 14,99 €

Ein Regentag in den Ferien lässt die Ideen sprießen: bei einem Gewinnspiel mitmachen und eine Weltraumstation aus Papier bauen.

Als die beiden Freunde Winnie und Banane im Regen einen Mitmachgutschein für ein Gewinnspiel entdecken ist klar, dass sie mitmachen. Sogar ohne Briefmarke kann man die Karte abschicken. Die Hoffnung auf den Gewinn (ein Trampolin) lässt die beiden das Wohnzimmer ausräumen (ok, alle Sachen werden im Schlafzimmer gestapelt) und jeden Tag auf die Post warten. Was sie nicht ahnen: fortan werden sie mit Werbesendungen überhäuft. Zum Glück ist ja das Wohnzimmer frei und sie können eine Riesenmaschine aus Papier und Papprollen bauen. Das Trampolin muss dann aber in den Hof!Das bewährte Autorinnengespann legt erneut ein witziges, augenzwinkerndes Kinderbuch vor, das sogar erste Informationen zum Datenmissbrauch enthält. Kinder werden sich über Banane, der ein Elefant ist, und die Geduld der Bananenmama angesichts der umgeräumten Wohnung amüsieren und wundern.

Ein Lesespaß für fortgeschrittene Erstleser in Bücherei, Kita, Grundschule und Familie. Auch zum Vorlesen gut geeignet.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Ferien|Spielen|Humor|Freundschaft
Bewertung: +++
Rez.: Gabriele Kassenbrock

 

Erstlesetipp im Mai

Lagercrantz, Rose: Wann ist endlich Donnerstag? Ill. von Susanne Göhlich. Dt. von Angelika Kutsch. Frankfurt: Moritz 2016. 51 S. : Ill. ; 22 cm. Aus d. Schwed. ISBN 978-3-89565-319-3, geb.: 9,95 €

Ninni freut sich auf die Babysitterin, die am Donnerstag auf sie und die kleine Schwester aufpassen soll.

Eine Woche aus dem Leben von Ninni, jedes Kapitel ein Wochentag, von Sonntag bis Freitag, mit über 20 auflockernden Illustrationen von Susanne Göhlich. Rose Lagercrantz und Übersetzerin Angelika Kutsch erzählen aus der Lebenswelt der Grundschülerin mit kleiner Schwester Dini: Schulstunden mit Märchen und Kaninchen-Gesprächen, Regenwurmfunden, Geburtstagsfeiern und übergroßer Vorfreude auf den Donnerstag, da erstmals Babysitterin Lisa kommt. Ninni hat extra neun Ketten gebastelt für Lisa. Jedoch, die Freude wird enttäuscht, Lisa liest Zeitung, telefoniert, wird nicht mit Dini fertig, so dass Ninni den ganzen Abend mit der kleinen Schwester spielen muss. Ihre Enttäuschung und Wut über den »kaputten Abend« verarbeitet sie in Selbstbewusstsein: Sie ist die beste Babysitterin der Welt. Weil die Eltern das auch so sehen, geht die Familie am Freitag in den Freizeitpark.

Sehr empfohlen zum Vorlesen für Kindergruppen ab fünf Jahren sowie zum Selbstlesen für Zweit- bis Drittklässler. Jede Seite hat etwa fünf bis 14 Sätze.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Selbstvertrauen|Familie|Umgang mit Enttäuschung|Vorlesegeschichte
Bewertung: +++
Rez.: Delia Ehrenheim-Schmidt

 

Erstlesetipp im April

Janisch, Heinz: Geschichten aus der Bibel. Ill. von Lisbeth Zwerger. Mit Kommentaren und einem Nachwort von Mathias Jeschke. Zürich: Nord-Süd Verl. 2016. 134 S. : Ill. ; 27 cm. ISBN 978-3-314-10301-8, geb.: 21,99 €

Eine sorgsame Auswahl biblischer Geschichten, nacherzählt und eindrucksvoll bebildert.

Der bescheidene Titel schon macht das Buch sympathisch, das nicht behauptet, eine (Kinder-)Bibel zu sein und somit der Bibel selbst den „Vortritt“ lässt. Schwerpunkt im AT sind die Bücher Genesis und Exodus. Worte Jesajas bilden dann die Brücke zum zweiten Teil mit Texten aus Evangelien (leider ohne das Wort Jüngerin) und Apostelgeschichte. Die erzählenden Ausschmückungen stehen den Geschichten nicht im Weg, sondern vertiefen das Verständnis, vermitteln Stimmungen – wenn etwa die Augen der Turmbauer zu Babel vor Aufregung glänzen oder die Kamele der Weisen unruhig mit den Hufen im Sand scharren. M. Jeschkes Zwischentexte erklären, deuten, zeigen Zusammenhänge. Noch mehr allerdings bewegen mich die Bilder von Lisbeth Zwerger – was für Engelsgestalten, die so nah und so „himmlisch“ zugleich scheinen! Die Illustrationen bilden Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart, sprechen Menschen unterschiedlichen Alters an und zeigen etwas von der Wirklichkeit zwischen oder hinter den Worten.

Für alle ab dem Schulalter zum (Vor-)Lesen und/oder Betrachten, für RU, Kinderkirche, Bibelgesprächskreise...

Signatur: Jc
Schlagworte: Bibel|Kinderbibel
Bewertung: +++
Rez.: Griet Petersen

 

Erstlesetipp im März

Schomburg, Andrea: Das karierte Hutgespenst. Ill. von Annabelle von Sperber. Frankfurt: Sauerländer 2015. 94 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-7373-5195-9, geb.: 10,99 €

Ein kleines Mädchen und ein kleines Gespenst werden Freunde und verhelfen sich gegenseitig zu mehr Selbstvertrauen.

"Ich weiß nicht, ob du Anna kennst." Das Indianerkrieger-Mädchen Anna lebt mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder in einem alten Haus mit einem verwilderten Garten. Die Siebenjährige liebt es, draußen zu toben und den Geschichten ihrer coolen Tante Lotti zu lauschen. Eines Nachts bekommt Anna Besuch von einem kleinen Gespenst. Dieses ist nicht weiß und gruselig, sondern grünkariert, hat einen Hut auf und ist sehr verängstigt. Und obwohl Anna überzeugt ist, dass es keine Gespenster gibt, nimmt sie sich des kleinen karierten Hutgespensts an. Sie hilft ihm liebevoll, seine große Angst vor der Dunkelheit zu überwinden und die beiden werden gute Freunde. Als Anna von ihrem Ferienbesuch, Cousin Urs, so respektlos und verletzend behandelt wird, dass sie an sich selber zweifelt, zeigt das kleine Gespenst was in ihm steckt und erteilt dem Jungen eine "unheimliche" Lektion. Das Buch überzeugt durch kurzweilige Kapitel und lustige Bilder, ergänzt durch Gespensterlieder zum Mitsingen.

Kinder ab der 2./3. Klasse werden über die mit "gespenstischen Wortverdrehungen" erzählte Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft ins Schmunzeln geraten.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft|Angst|Selbstvertrauen|Humor
Bewertung: +++
Rez.: Stefanie Rose

 

Erstlesetipp im Februar

Orths, Markus: Das Zebra unterm Bett. Ill. von Kerstin Meyer. Frankfurt: Moritz 2015. 67 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-89565-310-0, geb.: 9,95 €

Eines Tages liegt ein kleines Zebra namens Bräuninger unter Hannas Bett und wird eine Zeit lang ihr Freund.

Hanna staunt: unter ihrem Bett liegt ein kleines Zebra. Es heißt Bräuninger, kann reden. Als es mit Hanna in die Schule geht, zeigt es, dass es sogar schreiben, rechnen, turnen und noch viel mehr kann. Das gibt Aufregung! „Ein Zebra gehört nicht in die Schule!“ Der Direktor lässt es in den Zoo abführen. Bevor Hanna und ihr neuer Freund Helge einen Befreiungsplan umsetzen können, taucht Bräuninger wieder auf. Er verabschiedet sich, wird zu anderen Kindern gehen. Hanna braucht ihn mit Helge an der Seite nun nicht mehr. – Voller Situationskomik, mit Humor erzählt ist die Geschichte. Sie ist so wahr, wie imaginäre Freunde für Kinder sind - und Erwachsene darauf reagieren! Wie nebenbei, ganz selbstverständlich spielt ein ungewöhnliches Motiv hinein: Hanna hat zwei Papas, die sie adoptiert haben, sie liebevoll umsorgen, sie mit Bräuninger lächelnd ernst nehmen. - Mit klarem Druck und vielen Aquarellskizzen ist das kleine Buch maßgeschneidert für das erste Lesealter, verlockt zum Lesen!

Ein Buch zum Liebhaben. Mit heiter-tiefsinnigem Thema, lebendig erzählt und illustriert, empfiehlt es sich zum Vor- oder Selberlesen für Kinder ab 5/7 J.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft
Bewertung: +++
Rez.: Heide Germann

 

Erstlesetipp im Januar

Hanlon, Abby: Donner und Dory! Klein, aber oho. Dt. von Sophia Marzolff. München: cbt 2015. 157 S. : überw. Ill. ; 22 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-570-16375-7, geb.: 10,99 €

Dory hat viel Fantasie, nervt damit ihre Geschwister und Eltern und begeistert ihre Leserschaft.

Die sechsjährige Dory, genannt Ratte, hat es nicht leicht. Ihre älteren Geschwister Charlotte und Luca wollen nicht mir ihr spielen, denn sie sei einfach zu kindisch. Dabei ist sie nur voller Fragen (Wozu braucht man Achselhöhlen?) und Ideen. Damit sie nicht zu einsam ist, gibt es das liebe Monster Mary, das leider nur Ratte sehen kann und die gute Fee Herr von Morps. Der soll ihr auch helfen die gefährliche Frau Knorpel-Knacker, die wiederum eine Erfindung der großen Schwester ist, zu besiegen. Diese köstliche Familien-Geschwister-Geschichte erzählt die Amerikanerin Abby Hanlon in dem wunderbaren Tonfall einer sechsjährigen Ich- Erzählerin und herrlichen schwarzweißen cartoonartigen Zeichnungen. Große Schrift, Sprechblasen und viele Bilder machen das Buch zu einem Lesevergnügen für Anfänger ab 6 Jahren. 

Dieses Kinderbuch ist mit der gelungenen Mischung aus Fantasie und Realismus eine dicke Empfehlung für jeden Kinderbuchbestand. Zum Glück ist der zweite Band schon angekündigt. 

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Geschwister|Fantasie|Humor|Selbstbewusstsein
Bewertung: +++
Rez.: Gabriele Kassenbrock

 

Erstlesetipp im Dezember

Nilsson, Frida: Frohe Weihnachten, Zwiebelchen! Ill. von Anke Kuhl. Dt. von Friederike Buchinger. Hildesheim: Gerstenberg 2015. 121 S. : Ill. ; 22 cm. Aus d. Schwed. ISBN 978-3-8369-5860-8, geb.: 12,95 €

Die Weihnachtszeit läuft bei Stig und seiner alleinerziehenden Mutter nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte.

Stig, der von seiner Mutter liebevoll Zwiebelchen genannt wird, hat keinen Papa. Seine Mama wollte nur ihn, erzählt sie immer.  Dabei übersieht sie nur leider, was Stig will, der würde seinen Papa nämlich gerne mal kennen lernen. Noch dazu hätte er gerne ein Fahrrad, aber das ist zu teuer. Stig wird immer unglücklicher, legt sich mit Klassenkameraden an, erzählt Lügengeschichten. Da macht er Bekanntschaft mit dem Außenseiter Karl, der ein bisschen hinkt und angeblich Hühner hypnotisieren kann. Die Situation eskaliert, als Zwiebelchen ein vermeintlich herrenloses Fahrrad findet und sich aufmacht nach Stockholm, um seinen Vater zu finden. Eine berührende Geschichte mit einer gelungenen Mischung aus ernsten Momenten und lustigen Situationen. Kindgerecht werden die Herausforderungen des heutigen Familienlebens geschildert, die sicher viele Kinder wieder erkennen. Aufgelockert wird das Ganze durch witzige schwarz-weiß Zeichnungen von Anke Kuhl.

Allen Bibliotheken mit Lesern im Erstlesealter gerne empfohlen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Weihnachten|Wünsche|Familie|Trennung
Bewertung: +++
Rez.: Maike Linne

 

Erstlesetipp im November

Tsozo und die fremden Wörter. Frank Kauffmann. Ill. von Beate Fahrnländer. Zürich: Orell Füssli 2015. 47 S. : überw. Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-280-03496-5, geb.: 8,95 €

Eine neue Sprache lernt man am schnellsten, wenn man mutig ist und "sie tut" - diese Erfahrung macht Tsozo.

Tsozo ist mit seinen Eltern in ein neues Land mit einer ihm unbekannten Sprache gezogen. Er nimmt sich vor, sich nicht entmutigen zu lassen und die Ohren zu spitzen. So lernt er schnell Kinder in seinem Alter kennen und von Tag zu Tag neue Begriffe. Dass er allerdings in so kurzer Zeit schon in der Lage sein würde seine Freunde zu retten, das hätte er sich nicht vorstellen können. Eine ganz neue Erfahrung, die ihn in seiner neuen Welt ankommen lässt. - Ein Roman mit bunten Illustrationen für Kinder mit ersten Leseerfahrungen. Nicht das Flüchtlingsthema steht im Vordergrund, sondern vielmehr wird in diesem Buch aufgezeigt, wie Kinder anderen Kindern ihre Sprache vermitteln und ihnen helfen können, diese zu verstehen. Mittels rotgedruckter Wörter erfahren die kleinen Leser, wie sich Tsozos Sprachschatz entwickelt und vergrößert.

Gerne empfohlen, nicht nur für junge Leser, sondern auch für Erwachsene ist dieses Buch hilfreich in Umgang mit Menschen, die unsere Sprache (noch) nicht beherrschen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Sprache|Migration|Flüchtlinge
Bewertung: +++
Rez.: Helena Schäuble

 

Erstlesetipp im Oktober

Orlovský, Sarah Michaela: Geschichten von Jana. Ill. von Nadine Kappacher. Innsbruck: Tyrolia 2015. 124 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-7022-3439-3, geb.: 14,95 €

Ein (Vor-)Lesebuch mit vielen anregenden und amüsanten Geschichten über eine Sechsjährige.

Jana ist sechs Jahre alt und nun ein Schulkind. Doch nicht nur in der Schule ist einiges los. Ob im Zoo, im Krankenhaus, auf Skitour, beim Fischen oder auf Tante Hildes Bauernhof, Jana hat viel auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Aber auch das Nachdenken kommt nicht zu kurz: wie fühlt sich die Uroma im Sarg, wie kommen die Ferkel in die Sau und warum ist die deutsche Sprache nicht überall gleich? Mit von der Partie sind ihre Eltern, ihre Familie und natürlich ihr Schulfreund Sebastian. „Alltägliche Besonderheiten aus dem Leben einer Sechsjährigen: frisch, frech, liebevoll und ideal zum Vorlesen“ – so sagt es der Buchrücken. Dem kann ich nur zustimmen und das Buch wärmstens empfehlen. Das Buch macht einfach Spaß, regt zum Nachdenken an und macht Lust auf mehr Geschichten von Jana.

Zu empfehlen für Büchereien, Familien, Hort. Geeignet für Kinder im Alter von 6 – 8 Jahren, zum Vorlesen und Selberlesen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Freundschaft|Familie|Alltag
Bewertung: +++
Rez.: Susanne Betz

 

Erstlesetipp im September

Bertram, Rüdiger: Mo und die Krümel. Der erste Schultag. Ill. von Heribert Schulmeyer. München: cbj . 151 S. : Ill. ; 21 cm. ISBN 978-3-570-17075-5, geb.: 9,99 €

Endlich Schule!

Wir stellen vor: Die Krümel Mo, eigentlich Moritz, der Protagonist des Buches, Kim, die schon lesen kann und immer alles weiß, Esra, die besser Fußball spielen kann als ihre Brüder, Anton im rasenden Rollstuhl und Erik, der immer isst und spindeldürr ist. In 14 lebhaft erzählten Kapiteln begleitet der Leser Mo und seine Freunde. Vor der Einschulung dürfen die Kinder zu einem Probetraining, d.h. einem Besuchstag in die Schule. Dabei lernen sie ihre Klassenlehrerin Frau Grimm kennen, die bei allen nur Frau Nett heißt. Ihr erster Satz lautet: "Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause." Sie kennt auch den Schweigefuchs, bekannt bei allen Lehrern. Mo und Papa kaufen einen Schulranzen und die Geduld des Verkäufers wird über die Maßen strapaziert; im Kindergarten basteln die Kinder eine Schultüte, die aussieht wie ein Schuhkarton. Der Sprachstil ist ansprechend und zieht auch den erwachsenen Vorleser in seinen Bann. Lustige Illustrationen findet der Leser jeweils zu Beginn eines Kapitels.

Allen Büchereien und Kitas sehr empfohlen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Schulanfang|Humor|Freundschaft
Bewertung: +++
Rez.: Gabriele Rojek

 

Erstlesetipp im August

Hula, Saskia: Elvis im Einsatz. Ill. von Eva Muszynski. München: Mixtvision 2015. 56 S. : Ill. ; 22 cm. ISBN 978-3-95854-022-4, geb.: 12,90 €

Kreative Feriengestaltung mündet in einen Kriminalfall.

Sommerferien! Weil Elvis ganz viel Zeit hat, eröffnet er mit Annarita ein Fundbüro. Doch was tun, wenn einfach gar nichts läuft? Da „besorgen“ die beiden Kinder Fundstücke aus der Familie und der Nachbarschaft und der Laden läuft wie geschmiert! Doch dann findet Elvis es noch spannender, eine Polizeistation aufzumachen und tatsächlich verfolgen sie bald einen verdächtigen Mann, der einen Koffer mit sich herum trägt. Als in diesem Moment zwei echte Polizisten auftauchen und genau diesen Mann überführen, steht der Gründung einer Zeitungsredaktion nichts mehr im Wege... Die einfallsreiche und humorvolle Geschichte lässt sich einfach lesen, sie besticht durch spontane Ideen, die immer wieder eine Wendung zur Folge haben, fröhliche Illustrationen und einen E-book-Code, der zum einmaligen  kostenlosen Download berechtigt.

Für fortgeschrittene Erstleser und zum Vorlesen sehr geeignete unterhaltsame Urlaubslektüre, allen Jungen und Mädchen ab 7 Jahren empfohlen.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Ferien|Langeweile|Freizeitgestaltung|Detektivgeschichte
Bewertung: +++
Rez.: Stefanie Drüsedau

 

Erstlesetipp im Juli

Neles kleine Schwester. Anne Maar. Ill. von Manuela Olten. München: Tulipan 2015. O. Pag. : überw. Ill. ; 21 cm. (Tulipan ABC, Lesestufe A). ISBN 978-3-86429-221-7, geb.: 8,95 €

Nele ist ganz aufgeregt, denn sie spielt vor der ganzen Schule Flöte, aber wo sind ihre Eltern?

Nele soll vor der ganzen Schule ein Lied auf der Flöte vorspielen. Gleich ist sie an der Reihe. Sie atmet einmal tief durch, schließt die Augen und spielt das Stück fehlerfrei. Alle klatschen Beifall. Nele kann ihre Eltern nicht finden, aber da kommt schon die Oma auf sie zu. „Deine kleine Schwester ist da, komm wir wollen schnell nach Hause“ sagt Oma und hört gar nicht zu als Nele von ihrem gelungenen Auftritt erzählen will. Zuhause geht es so weiter. Alles dreht sich ums Baby und keinen interessiert es, wie es Nele ergangen ist. Enttäuscht verschwindet sie in ihr Zimmer und überlegt wie das gehen soll, wenn alle sich nur noch für das Baby interessieren. Nach und nach geht der Besuch und auch Papa ist kurz weg. Bald darauf kommt er mit Kuchen und Eis zurück und die Eltern wollen von Nele ganz genau wissen wie es beim Vorspielen war. – Eine klug geschriebene Geschichte darüber, wie es sich anfühlen kann, wenn ein Geschwisterchen zur Welt kommt und sich alles gerade nur um dieses Baby dreht.

Zum gemeinsamen Lesen in Familien, die Nachwuchs bekommen, sehr zu empfehlen. Ab 6 Jahren zum Selberlesen, aber zum Vorlesen schon früher geeignet.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Geschwister|Vorlesebuch|Familie
Bewertung: +++
Rez.: Christine Schwendener

 

Erstlesetipp im Juni

Paula lernt schwimmen. Katja Reider. Ill. von Franziska Harvey. Bindlach: Loewe 2015. 38 S. : überw. Ill. ; 25 cm. (Bildermaus, 1. Lesestufe). ISBN 978-3-7855-8032-5, geb.: 7,95 €

In ihrem neuen Abenteuer macht "Meine beste Freundin Paula" das Seepferdchen.

Paula möchte gerne schwimmen können wie ihr Hund Frido, als der Vierbeiner einfach in einen Teich im Park hüpft und dort herum paddelt. Die ersten Versuche in der Badewanne frustrieren schnell, und so wird Paula zum Schwimmkurs angemeldet. Dort fühlt sich das Mädchen gleich wohl und zusammen mit den anderen Kindern erobert sie das Element Wasser schnell. Waten wie ein Storch, hüpfen wie ein Hase und tauchen wie eine Ente sind die spielerischen Vorübungen zur Prüfung, die den Kurs beenden soll. Hilft zu Beginn noch der Schwimmgürtel, Hände und Beine richtig zu koordinieren, so geht das Schwimmen bald wie von selbst. Und auch für das Tauchen nach dem Ring lernt Paula die richtige Technik, so dass sie am Kursende stolz das Seepferdchen erhält. - Mit der bewährten Methode, Nomen durch Bilder zu ersetzen, ist das Buch eine altersgerechte und ideale Vorbereitung für kleine Schwimmanwärter.

Unbedingt einstellen und weiter empfehlen! Ängstlichen Kindern kann die Geschichte möglicherweise sogar die Angst nehmen, falls das Schwimmen lernen ansteht.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Schwimmen|Wasser|Selbstvertrauen
Bewertung: +++
Rez.: Margarete Barth-Specht

 

Erstlesetipp im Mai

Raubritter Rocko und die wilde Wilma. Jochen Till. Ill. von Zapf. München: Tulipan 2015. O. Pag. : überw. Ill. ; 21 cm. (Tulipan ABC, Lesestufe B). ISBN 978-3-86429-213-2, geb.: 8,95 €

Mädchen sind gar nicht so übel.

Raubritter Rocko und sein treuer Raubknappe wundern sich über ein gigantisches Frühstück, bestehend aus Wildschwein, Pommes, Nutella und Schokopudding. Beide rätseln über den Anlass für diesen besonderen Tag: Weihnachten, Ostern und der Geburtstag fallen weg, aber Besuch ist angesagt. Onkel Waldemar hat sich mit seiner Tochter angekündigt, er möchte nicht mehr Raubritter sein, die Geschäfte laufen nicht mehr so gut, er wird jetzt Pirat. Rocko mag gar keine Mädchen, sie sind so lieb, sauber und langweilig, spielen mit Puppen und Ponys. Aber Wilma ist ganz anders, sie will Armdrücken spielen und gewinnt, sie gewinnt beim Laufen und beim Weitsprung. Rocko ist ganz deprimiert und glaubt, er kann wenigstens mutiger sein. Beim Balancieren auf der Burgmauer hat er aber vergessen, dass er Höhenangst hat. Zum Glück kann die schnelle Wilma ihn retten. Auf mehr Abenteuer mit Rocko oder der wilden Wilma darf der Leser gespannt sein. 

Für Erstleser in vielen Büchereien, mit Humor erzählt.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Ritter|Humor|Abenteuer
Bewertung: +++
Rez.: Gabriele Rojek

 

Erstlesetipp im April

Coolman und ich. Ab in die Schule. Rüdiger Bertram. Ill. von Heribert Schulmeyer. Hamburg: Oetinger 2015. 57 S. : überw. Ill. ; 22 cm. (Büchersterne, 1. Klasse). ISBN 978-3-7891-2388-7, geb.: 7,99 €

Die ersten Abenteuer von Kai in der Schule; der Schulanfänger erlebt zusammen mit seinem eigentümlichen Freund COOLMAN, den nur er sehen kann, die ersten Schultage.

In einem neuen Werk aus Oetingers Reihe „Büchersterne“ finden die Kinder im ersten Lesealter eine sehr gute Möglichkeit, sich mit den ersten Schulerfahrungen mit Kindern, Lehrern und Eltern und dem Lehrstoff auseinanderzusetzen. In dem in Text und Bildern sehr schön und lebensnah gestalteten Buch, das überzeugend die Grunderfahrungen der ersten Schultage aufnimmt, gelingt es vortrefflich, die Erlebnisse, Ängste und Freuden des als Ich-Erzähler fungierenden Schulanfängers Kai aufzuzeigen. Nicht zuletzt COOLMAN, die Fantasiefigur eigener Träume und Reflexionen trägt erheblich zum Gelingen dieses auch am Schluss mit Rätselaufgaben und –spielen gefüllten Buches bei. Ein schuldidaktisch überzeugend aufbereitetes Werk voller origineller Einfälle.

Das Buch gehört in die Hände möglichst vieler junge Erstleserinnen und -leser und ihrer ebenso aufgeregten Eltern.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Schulanfang|Schule|Fantasie
Bewertung: +++
Rez.: Kurt Triebel

 

Erstlesetipp im März

Krause, Ute: Minus Drei und der Zahlensalat. München: cbj 2014. 66 S. : überw. Ill. ; 25 cm. ISBN 978-3-570-15906-4, geb.: 9,99 €

Dinosaurier Minus und seine Matheprobleme. 

Der kleine Dinosaurier Minus geht gerne in die Schule. Er mag seinen Schulweg, seine Lehrerin, seine Klasse und die große Hofpause; nur eines mag er nicht, Hausaufgaben, und schon gar nicht: Mathehausaufgaben. An guten Tagen macht Mama sie für ihn, aber meistens muss er sie selber machen. Als seine Freundin Lucy vorbeikommt, um mit ihm zu spielen, grübelt er gerade über den Aufgaben, ohne recht voranzukommen. Da hat Lucy eine geniale Idee: Mit dem Gemüse im Kühlschrank legt sie die Aufgaben und fordert Minus auf, die Anzahl, die er abziehen muss, einfach aufzuessen. Dino ist begeistert. So macht das Rechnen Spaß! Zwar staunen seine Eltern abends, dass der Kühlschrank leer ist, aber Dino hat die Minusaufgaben so gut begriffen, dass er den Mathetest am nächsten Tag mit Bravour meistert.                             

Ein weiteres "Minus Drei" Kinderbuch, das jedem Schulanfänger Mut machen wird, bei Lernproblemen nicht zu resignieren, denn es gibt für alles eine Lösung.

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Schule|Mathematik|Lernen|Erfolg
Bewertung: +++
Rez.: Petra Schulte

 

Erstlesetipp im Februar

Nilsson, Ulf: Kommissar Gordon - Der erste Fall. Ill. von Gitte Spee. Dt. von Ole Könnecke. Frankfurt: Moritz 2014. 109 S. : Ill. ; 22 cm. Aus d. Schwed. ISBN 978-3-89565-288-2, geb.: 11,95 €

Nussdiebe im Wald bringen Kommissar Gordon und seine Assistentin Buffy auf Trab.

Eigentlich mochte es Kommissar Gordon ja am liebsten gemütlich und ruhig. Doch da kam das kleine Eichhörnchen völlig aufgelöst in die Polizeistation und meldete einen Diebstahl über 224 Nüsse! Pflichtbewusst macht sich Gordon an die Arbeit, um dem Dieb das Handwerk zu legen. Wie gut, dass er gleich beim ersten Einsatz eine Assistentin findet, die flinke Maus Buffy. Gemeinsam gehen sie erfolgreich auf Verbrecherjagd. In diesem Kriminalfall gibt es alles, was zu einer gelungenen Aufklärung dazu gehört: Opfer, Tatort, Polizeistation, Zeugen, Verhöre, Spurenverfolgung, Spannung, Mitgefühl und verschiedene Arten von Tätern, die sich durch ihre Motivation deutlich voneinander unterscheiden. Wie gut, dass Kommissar Gordon das rechte Augenmaß beweist und so zu guter Letzt auch seine wohlverdiente Erholung bekommt! Witzige, sympathische Illustrationen untermalen diesen spannenden Kinderkrimi ausdrucksstark.

Zum ersten Selber-Lesen und zum Vorlesen bestens geeignete Geschichte, die auf weitere Fälle hoffen lässt. Ab 8 J. 

Signatur: Ju 1
Schlagworte: Detektivgeschichte|Spannung|Teamarbeit
Bewertung: +++
Rez.: Stefanie Drüsedau

 

Erstlesetipp im Januar

Ole unsichtbar. Trudy Ludwig. Ill. von Patrick Barton. Dt. von Sara Mehring. Münster: Coppenrath 2014. O. Pag. : überw. Ill. ; 26 cm. Aus d. Engl. ISBN 978-3-649-61701-3, geb.: 12,95 €

Der schüchterne Ole zeigt, was in ihm steckt.

Es gibt sie in jeder Schulklasse, diese stillen, schüchternen, fast unsichtbaren Kinder, die nie auffallen. So ein Kind ist auch Ole. Die Lehrerin hat genug mit den lauten, frechen und selbstbewussten Kindern zu tun, die sehr viel Raum einnehmen. So bleibt Ole ein Außenseiter, den niemand zum Geburtstag einlädt oder beim Sport in seine Mannschaft wählt. Erst durch Kim, ein koreanisches Kind, das neu in die Klasse kommt, ändert sich die Situation. Ole und Kim nähern sich vorsichtig an, und Ole erfährt erstmals Freundschaft und Gemeinschaft. Bei einer Gruppenarbeit im Deutschunterricht kann Ole schließlich seine bisher unbemerkten Fähigkeiten, seine lebhafte Fantasie und sein Zeichentalent, unter Beweis stellen. Ein beeindruckendes Plädoyer für die scheinbar farblosen Kinder (Ole wird als anfänglicher Außenseiter zuerst nur schwarz-weiß abgebildet), die jedoch eine Menge verborgene Talente besitzen, die es zu entdecken gilt. Im Laufe seiner Entwicklung erhält Ole allmählich immer mehr Farbe und ist letztendlich ebenso farbenfroh gezeichnet wie seine Mitschüler.

Ein Buch für Leseanfänger (40 S.), das in keiner Schulbücherei fehlen darf!

Signatur: Ju 1/1
Schlagworte: Außenseiter|Einsamkeit|Freundschaft|Talente
Bewertung: +++
Rez.: Petra Schulte